Kiesel im Flussbett

Ich wär so gern ein Kiesel im Flussbett;
Hätte so gern viel Wasser um mich.
Dann würde ich rollen, so wie die Strömung
Mich mitnimmt. Ob ich will oder nicht.

Mitten im Wasser würde ich sein.
Wasser ist Leben, das war immer so.
Ein Teil vom Ganzen, ach wär das schön.
Nicht mehr getrennt, ich wünsch mir‘s so.
Wär ohne Not,
Ach, wär ich froh!

Ich wär so gern im Wald eine Fichte
Und stünde zwischen den Andern herum.
Und käm dann ein Sturm, so würd ich mich biegen.
Nicht gegen ihn stemmen, ich wär nicht so dumm.

Zwischen den Bäumen würde ich sein.
Wir bilden den Wald, das war immer so.
Ein Teil von dem Ganzen, ach wär das schön.
Nicht mehr getrennt, ich wünsch mir‘s so.
Und ohne Not,
Wär ich da froh!







Ich wär so gern im Schwarm so ein Hering.
Müsst mich nicht sorgen um das Warum.
Wohin der Schwarm schwimmt würd ich auch schwimmen.
Nicht meine Entscheidung. Ich wär viel zu dumm.

Ach so ein Schwarm nimmt mich in sich auf.
Wär niemals allein und hätt kein Problem.
Manchmal kommt ein Räuber und macht auf uns Jagd,
Und wenn er mich frisst, der Schwarm wird leb’m.
Den muss es geb’m
Und der wird leb’m.

Menschsein ist anders, wir haben die Freiheit,
Gutes und wirklich Schlechtes zu tun.
Oft fühlen wir uns so furchtbar einsam.
Sieh doch die Chancen und frag nicht warum.

Wir sind so geschaffen, wir sollen so sein.
Menschsein ist Freiheit, das war immer so.
Wir sind eben anders, das ist so gewollt.
Wir können‘s versteh’n, das ist gut so.
Das ist ein Trost,
Jetzt bin ich froh!

© Peter Gräfen
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