Wegfahr’n

Heute ist es Zeit,
Ja, heute brech ich auf.
Heut fahr ich endlich los.
  Ich halt’s da nicht mehr aus.
Ich muß jetzt endlich weg.
Die Sehnsucht ist so groß.
 
Endlich Neues seh’n.
Hier kenn ich all’s so gut.
Ich freu mich schon auf’s Fahr’n.
   Die Zeit vergeht so schnell
Und ich leb bloß dahin.
Mag keine Zeit mehr spar’n.
  
Wegfahr’n das ist halt so schön.
Ich will noch viel Neues seh’n.
Unterwegs sein mag ich so.
Ich leb gern im Irgendwo.

Jetzt steig ich in mein Karr’n
Und lass den Motor an.
In’s Blaue fahr ich nei.
Fahr aus dem Dorf hinaus
Und einfach geradeaus.
Ich muß ned sicher sein.


Nach Süden mag ich fahr’n.
Da ziagts mi immer hin.
Des bin ich schon gewohnt.
Ach mei, des ist so schön.
Die Berge sand so nah.
Da kommt die Grenze schon.
 
Durch de Berg fahr’n ist so schön.
Ich will den Gardasee seh’n.
Unterwegs sein mag ich so.
Ich leb gern im Irgendwo.




Durch de Berg fahr’n ist so schön.
Ich will den Gardasee seh’n.
Unterwegs sein mag ich so.
Ich leb gern im Irgendwo.

Und jetzt raus aus de Berg.
Ich lass mich weitertreib’n.
Die Landschaft wird ganz flach.
Venedig und Florenz,
Mei, beide sand so schön.
So wie das immer war. Mei, schön is da.
  

Und weiter geht die Fahrt.
Ist doch egal, wohin.
Hauptsache unterwegs.
   Ob’s regn’t, ob d’Sunna scheint,
Da ist es einfach schön.
Ich bin auf meinem Weg.
  
Ich muß das Mittelmeer seh’n.
Da bin ich lang nimmer g’we’n.
Unterwegs sein mag ich so.
Ich leb gern im Irgendwo.

Ja, ich bin gern unterwegs.
Ich hab noch soviel ned g‘seh’n.
Unterwegs sein lieb ich so.
Ich fahr gern ins Irgendwo.

Jetzt fahr ich nimmer heim.
Ich lass mich weitertreib’n.
Süd, Westen oder Ost.
   Mei Heimat ist die Welt.
Und Leut gibt’s überall.
Die meisten warten bloß.

© Peter Gräfen

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